Freitag, 18. Juli 2014

Hausboot in den Keys

20 Meilen vor Key West haben wir uns für zwei Tage Abgeschiedenheit auf einem Hausboot in einer Bucht der Ramrod Keys entschlossen. Für Landratten und Binnenländer schon eine Herausforderung. Besonders in der Nacht, wenn uns die Fische verhöhnten indem sie sinnfreudig aus dem Wasser sprangen und nach weiss der Kuckuck was schnappten. Sicher waren es nicht Moskitos, denn die hatten sich für uns entschieden. Es gab wirklich viele Fische in dieser Bucht, auch wenn wir sie tagsüber nicht zu sehen bekamen. Trotzdem vertrieben wir uns die Langweile mit Fischen. Ein gutes Ritual für Vater und Sohn. Wir vereinbarten nur zu essen, was wir fingen. Zur Sicherheit besorgten wie uns vor der Verabschiedung vom Land Groundmeat und Muller's Spaghettis sowie ein paar Tomaten. Man konnte ja nie wissen. Also ich gebe es ja zu, ich habe in meinem ganzen Leben nur einen einzigen Fisch gefangen. Nicht aus der Aare, an der ich aufgewachsen bin, sondern auf einer Hochseefischfahrt im Stillen Ozean. Dort gelang es mir tatsächlich einen gut 70 Zentimeter langen Gelbflossenthunfisch zu überwältigen. Der Kampf dauerte damals gut und gerne 15, 20 Minuten. Hier in den Keys muss ich nicht kämpfen, es biss kein einziger Kaltblütler an. Wie gesagt, die waren offensichtlich nur nächtens aktiv und da konnten wir nicht fischen, weil es dunkel war wie in einer Kuh. Als Trost wurde uns ein Sternenhimmel präsentiert, der sich tausenfach im spiegelglatten Meer widerspiegelte. Ein himmlisches Erlebnis, das jeden Moskitostich als Banalität erscheinen liess.

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